Kartoffelsalat anno 1621

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Neue Welten, alte Rezepte: Ursprünglich in Südamerika beheimatet, gelangte die Kartoffel im 16. Jahrhundert nach Europa. Doch fand die Knolle zuerst weniger wegen ihrer Verwendung in der Küche Beachtung, sondern vielmehr als Zierpflanze wegen ihrer hübschen Blüten. Heute ist sie aus der österreichischen Küche nicht mehr wegzudenken, und der „Erdäpflsalat“ ist fast schon eine Nationalspeise … aber seit wann?

Eine heiße Spur finden wir in einem Linzer Druck aus dem Jahr 1621, in dem Caspar Plautz, der Abt von Seitenstetten, von einer Knolle berichtet, “in der Farbe ähnlich einer Mandel, die die Indianer Opanavuck, die Spanier Papas oder Bacaras nennen. Diese Knolle wurde in Antwerpen einem belgischen Gärtner abgekauft und im Klostergarten eingepflanzt. … Die Knollen sind sehr gut zum Verzehr geeignet, wenn man sie wie folgt behandelt: Koche sie in Wasser oder wickle sie in Papier ein und brate sie [die ersten Folienkartoffeln!] in Asche, bis sie weich sind. Dann schäle, säubere, zerstampfe sie und mische sie mit Zucker, Rosenwasser und ein wenig Zimt; gib Butter dazu. Auch einen Salat kann man daraus zubereiten: Nimm die sauberen und weich gekochten Kartoffeln, schneide sie in Scheiben, füge Öl,

Essig, Pfeffer, Salz oder Zucker dazu und schmecke ab. Auch als Beilage zu Kapaun oder Huhn eignet sich dieses Nahrungsmittel.”

Quelle: Nova typis transacta navigatio Novi Orbis Indiae Occidentalis”. Linz, 1621.

Leider scheint man dem Abt wenig Glauben geschenkt zu haben, denn der Kartoffelsalat verschwindet für ein paar Jahrhunderte aus den österreichis

chen Kochbüchern.

Beatrix Koll

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Hallo, Welt! Hier beginnt der österreichische Sosa-BLOG!

In aller Munde: Web 2.0. Was ist das jetzt genau? Na ja, so eindeutig ist das nicht zu definieren, was natürlich ärgerlich ist, kann man/frau doch schon von Web 3.0 in den diversen Foren lesen . . . bevor wir den Anschluss verlieren, hier kommt The Rare Book Collections 2.0 !!! Wir verlassen unsere Sicherheitszonen (Tresorräume, Spezialmagazine, wissenschaftliche Attitüden, Fachterminologien etc.) und bloggen!!

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Neu: SOSA-Portal Österreich

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Das elektronische Angebot der österreichischen Sondersammlungen: zusammengefasst

Es gibt immer so viele Gründe, warum etwas zustande kommt . . .

Im Frühsommer 2006 traf sich die Kommission für Buch- und Bibliotheksgeschichte der VÖB in Linz, um das Programm für den Österreichischen Bibliothekartag 2006 zu besprechen. Diese Treffen sind immer sehr kreativ und anregend, unzählige neue Ideen werden aus dem Stegreif formuliert, weiterentwickelt oder abgelehnt und verworfen. Eine der Ideen, die wir weiter verfolgten (und weiterverfolgen werden) war die einer Bestandsaufnahme all dessen, was die österreichischen Sondersammlungen bislang an digitalen Katalogen, Bildfiles, Datenbanken etc. im Web anbieten. Es kam mehr zusammen, als wir selbst vermuteten – das heißt, ein geordneter Überblick ist das Gebot der Stunde.

Getragen wird dieses Portal der Sondersammlungen von der Kommission der Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Wir werden uns die Redaktionsarbeit aufteilen und möglichst aktuell von unseren Arbeiten berichten. Wir wollen aber nicht nur unser digitales Angebot bekannt machen, wir wollen auch mit diesem Weblog mit allen Interessierten, unserer Klientel, aber natürlich auch mit allen FachkollegInnen in einen Diskurs eintreten, Fragestellungen an ein qualifiziertes Publikum herantragen, unsere Fachkompetenz bündeln und natürlich unseren Unterhaltsträgern auch ad oculos führen, was eine Sondersammlung des 21. Jahrhunderts auch in Zeiten knapper Mittel alles leistet. Die österreichischen Universitäten sind seit 2004 ausgegliedert, was sich auf die Budgets der Bibliotheken und Sondersammlungen nicht positiv ausgewirkt hat. Mit diesem Portal wollen die Sondersammlungen zeigen, dass wir mit den von uns verwalteten historischen Beständen, mit unserer über viele Jahre erworbenen Bestandskenntnis und unserer medienwissenschaftlichen Kompetenz nicht bloß Infrastruktur sind, sondern die Voraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten mit dem österreichischen Schrifterbe darstellen.

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Nachschrift

PS. Die Nachrichten des „Logbuchs“ erscheinen wie von Geisterhand von selbst, wenn sie sich einen Feedreader einrichten. Den gibt es als freeware im Netz (z. B. http://www.feedreader.com/download).

Sie brauchen dann nur noch die (Bibliotheks)-Blogs ihrer Wahl dazu laden – davon gibt es schon eine große Auswahl (ein paar finden sie unter http://liswiki.org/wiki/Weblogs_-_Non-English bei den deutschsprachigen Blogs). In den Bibliotheksblogs gibt es immer wieder auch Nachrichten zum “Alten Buch”.

Auf das alte Buch spezialisierte Blogs gibt es im deutschsprachigen Bereich nicht viele: http://archiv.twoday.net/
Wer kennt noch welche?


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