Verschüttet / geborgen : Gelehrtenbibliotheken

Verschüttet unter Tausenden von nach numerus currens aufgestellten Büchern, sind die relativ kleinen privaten Fonds, die durch Schenkung oder Erbe in öffentlichen Besitz kamen, in den großen Sammlungen meist nur schwer identifizierbar.

In den letzten Jahrzehnten wurde für den gesamten Bestand der Universitätsbibliothek Graz des 15. – 19. Jahrhundert ein Vorbesitzerkatalog angelegt, getrennt nach Personen und Institutionen. Leider ist das Material derzeit nur in einem umfangreichen Zettelkatalog zugänglich. Aber zumindest die Bibliotheken, die als geschlossene Fonds von Privatpersonen an die Bibliothek kamen, sollen transparent gemacht werden.

Es sind dies die Sammlungen von Hochschulprofessoren, von Geistlichen, von Ärzten und Juristen. (http://www.uni-graz.at/ub/sosa/Gelehrtenbibliothek.htm)

Es handelt sich in der Regel nur um kleine Bibliotheken von einigen Dutzend bis wenigen Hundert Büchern. Interessant sind aber vor allem die persönlichen Interessen und Vernetzungen, die sich in diesen Sammlungen abzeichnen, Vermerke von anderen Vorbesitzern, Kaufpreise, Notizen und Kommentare. Derzeit sind fünf solcher Bibliotheken aufgearbeitet, 10 bis 15 weitere werden noch folgen.

Als neueste Sammlung wurde nun die Bibliothek des Karl Bohuslaus Felix implementiert, vermutlich ein Arzt, dessen Bücher nach Seckau gelangten, über den sonst kaum etwas bekannt ist. Wer weiß mehr über ihn?

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Handschriftenfragmente bestimmt.

Die Handschriften-Fragmente der Universitätsbibliothek Graz Ms. 1703/114, 1703-0117, 1703/120 und 1703/121 konnten dank der Mithilfe eines unserer aufmerksamen Internet-Nutzer genauer identifiziert werden. Herr Mischa von Perger konnte die Fragmente Thomas von Aquin, Aristoteles und Priscianus zuweisen. Wir bedanken uns für die Hilfe.

Die Universitätsbibliothek Graz besitzt noch viele unbestimmte und noch nicht publizierte Fragmente, die zwar relativ schnell digitalisiert und ins Netz implementiert werden könnten . . . ob sich wohl Nachfolger zu Herrn von Perger fänden?

HZ

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Buchkünstler gesucht: Pergamenteinband mit ausgeschnittenen Mustern und unterlegter Seide

Ein ungewöhnlicher Einband ziert einen Druck des 16. Jh. (Davidis Regii Prophetae Psalterium, vario genere carminis Latine redditum. Schmalkaden, Schmuck. 1593. VD 16 B 3258) aus der Universitätsbibliothek Salzburg: Aus dem gehärteten Pergament wurden Blatt- und Rosettenmotive ausgeschnitten, die mit grüner bzw. roter Seide unterlegt sind. Mittel- und Rahmenfeld werden von Rollenstempeln begrenzt, in den Ecken befinden sich Einzelstempel, das Mittelfeld ist verziert mit einer ovalen Platte.
Vorderdeckel: R80570Ivd.jpg Hinterdeckel: R80570Ihd.jpg

Auch der Rücken weist rosettenförmige Aussparungen auf; der Druck besitzt einen punzierten Goldschnitt.

Als Provenienz für diesen Einband kristallisiert sich die Landgrafschaft Hessen-Kassel heraus: Als Vorbesitzer ist ein „Christophorus Pfrenger Consiliarius et Praefectus Hassiaeus“ eingetragen, auch der Bearbeiter der Psalmen weist nach Hessen-Kassel: es handelt sich um Moritz (Hessen-Kassel, Landgraf, 1572-1632) .

Ähnliche Einbände aus dem Besitz der hessischen Landgräfin Elisabeth befinden sich in Kasseler Bibliotheken.

Ist der Buchkünstler bzw. die Werkstätte bekannt? Gibt es in Österreich vergleichbare Einbände?

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Die Digitalisierung der Handschriften des Ivan-Dujcev-Institutes

Gegenwärtig befinden sich am Ivan Dujcev-Institute for Slavo-Byzantine Studies mehr als 520 Handschriften und Fragmente. Der überwiegende Teil davon ist in griechischer Sprache (451 Stück). Daneben finden sich weiters slawische und türkische Manuskripte, manche sind zwei- oder dreisprachig. Das Dujcev- Institut beherbergt somit eine der bedeutendsten Sammlung von Handschriften auf dem Balkan.

Am 8. Juni 2007 wurde hier die mobile Digitalisierstation “Traveller TCCS 4535″ aufgestellt. Das VESTIGIA - Manuscript Research Centre der Karl-Franzens-Universität Graz stellt für sein Partnerinstitut in Sofia die technische Infrastruktur zur Verfügung. Darüber hinaus werden Stipendien als Zuschüsse vergeben, um die Arbeiten voranzubringen. Ziel der Arbeiten ist es, einen deskriptiven Katalog zu erstellen und die Handschriften für die scientific community zugänglich zu machen.

Sämtliche Arbeiten werden gemeinsam mit Prof. Axinia Djurova, der Leiterin des Dujcev-Institutes, durchgeführt.
Ausführende: Mag. art. Rumiana Dechev und Nikifor Haralampiev (beide Dujcev- Institut, Sofia).
Von den griechischen Handschriften des Dujcev-Institutes gibt es eine “Checklist” (Thessaloniki 1994). Zuletzt erschien der erste Band des “Répertoire des manuscrits grecs enluminés (IXe - Xe s.)  du Centre ‘Ivan Dujcev’” (Sofia 2006) bearbeitet und herausgegeben von A. Djurova [bulgarisch - französisch].

E. R.


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