Zimmt und Cioccolatas

Schokoladespuren in oberösterreichischen Kochbüchern geht Waltraud Faißner nach:

Das nostalgische Rezept: Eisschokolade, Eiskonfekt

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Spricht man „Eisschokolade“ an, dann reagieren junge Leute meist mit Wiedererkennen: sie meinen bunte, gerippte Aluförmchen mit leicht schmelzender Schokolademasse, die heute im Handel angeboten werden.

Viel enthusiastischer dagegen reagiert die Vor- und Nachkriegsgeneration.
Sie schwärmt von einer einfachen Süßigkeit, die in kargen Zeiten himmlischen Genuss garantiert hat, die nur in der kalten Jahreszeit zubereitet werden konnte – wann es eben Schnee zum Abkühlen der Schokolade in den winzigen Metallförmchen gegeben hat.

Interessanterweise finden sich in den Kochbüchern und zahlreichen Firmen-Broschüren in der Zeit von 1920 bis 1955 kaum gedruckte Rezepte für Eiskonfekt. Offensichtlich wurde die Anleitung zur Zubereitung mündlich weitergegeben, höchstens in handgeschriebenen Kochbüchern oder auf Zetteln festgehalten. Aus einer privaten Sammlung stammt das folgende Rezept (Originaltext):
„Schockolade in kleinen Formen“
40 dkg Kokosfett (Ceres), ½ kg Staubzucker, 8 dkg Kakau, 6 Löffel Mondamin, 2 Löffel Rum (oder nach Geschmack Kaffee), 10 dkg Nüsse oder Kokosflocken. Alles im Wasserbad zerlaufen lassen und dann in kleine Blechformen füllen und in einer mit Schnee oder Eis gefüllten Schüssel zum Erkalten stellen! – nicht ins Warme stellen!
Voraussetzung für die Zubereitung von Eiskonfekt und mitverantwortlich für den Kühleffekt war die leicht schmelzende Fettbasis:
hauptsächlich das Kokosfett „Ceres“, das seit 1905 erhältlich ist. Zucker, Kakao, Stärkemehl („Mondamin“) und Geschmackstoffe wurden in das geschmolzene Fett eingerührt, die Masse in die dafür bestimmten kleinen Blechfömchen gefüllt
und direkt in den Schnee z.B. auf die Fensterbank gestellt und auch von dort zum Naschen geholt – zweiter Grund für die unübertroffene Kühle im Mund! Kühlschränke waren in den Haushalten noch nicht vorhanden und „echte“ Schokolade war für Durchschnittsfamilien nicht erschwinglich. Die hausgemachte Eisschokolade hat bis heute einen hohen Erinnerungswert, den moderne süße Kompositionen erst erwerben müssen. Beweis für ihre ungebrochene Beliebtheit auch heutzutage sind unzählige Internetseiten, die Bezugsquellen und Rezeptvorschläge für Eiskonfekt anbieten.

. „ . . . nimm Zimmt und Cioccolatas . . .“
Die ältesten Schokoladerezepte in oberösterreichischen Kochbüchern


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In den beiden ältesten, handgeschriebenen Kochbüchern der Museumsbibliothek sind bereits fünf Schokoladegerichte vermerkt.
Schon im „Koch Püech Regina Hofmayrin gehörig“, 1646–1669, findet sich eine „Cioccolata-Suppen“, für die Milch mit trocken geröstetem Mehl aufgekocht und mit Zimt, Zucker und Butter gewürzt wird. Darin werden dann „Cioccolatas“ aufgelöst. Darunter versteht man Schokoladestücke, die als runde, platte Tafeln (Gewicht 2 Loth = 35 g) oder viereckige, dicke Tafeln (Gewicht ¼, ½ bis 1 Pfund, also 140, 280, 560 g) gehandelt wurden. Schokoladesuppen sind der Kategorie der Fastensuppen zuzuordnen, die in alten Kochbüchern stets von großer Bedeutung waren.

Im zweiten Manuskript, dem „Koch Buech der Jungfrau Hellena Haffnerin gebohrne Linzerin ihr gehörig. Angefangen zuschreiben
1700“, finden sich vier, durchaus luxuriöse Rezepte. Bemerkenswert ist, dass „Die gefrohrne Schocolättä“, also Schokoladeeis, an erster Stelle aufgezeichnet ist. Hierfür wird Schokolade in eingekochtem Zuckerwasser aufgelöst, mit Orangenblüten und Ambra gewürzt und gefroren. Zum Einfrieren steckte man eine zylindrische Metallbox mit der zu frierenden Flüssigkeit zwischen grob zerhackte Eisstücke, bewegte die Box ab
und zu, bis das „Gefrorene“, sinnenfroher Ausdruck des Barock, fertig war. Ambra, ein kostbarer Duftstoff aus dem Darm des Pottwals, ist ein bei der Schokoladebereitung häufig genanntes Gewürz. Hellena Haffner muss einen sehr wohlhabendem Haushalt geführt haben! Sie vermerkt in ihrem Kochbuch auch „Schocäläte Läzelten“, also Lebzelten, die nur aus Schokolade und gestoßenen Mandeln, gewürzt mit Ambra, bestehen.
Weiters sind „Schocoläte Bischgotten“ und „Schocoläte Krapfel“ angeführt, das eine ein schaumig-leichtes Gebäck in länglicher Form, das andere wieder aus ambragewürztem Mandelteig, ebenfalls als Stangerl oder in Modeln gebacken.

Seit 1520 (Eroberung Mexicos durch die Spanier) ist Schokolade als Erzeugnis aus Kakaobohnen bekannt. Zuerst verächtlich als „Schaffutter“ abgetan, war der Siegeszug der Kakaobohne nicht aufzuhalten. Schokolade, mit Zucker, Vanille und Zimt versehen, eroberte den europäischen Geschmack langsam, aber nach haltig.
Im ältesten gedruckten Kochbuch der Bibliothek (1552) ist noch kein Rezept mit Schokolade zu finden, 1646 die oben erwähnte Suppe, 1700 scheinen die vier vornehmen Rezepte der Haffnerin auf. Bemerkenswert ist, dass der berühmte Conrad Hagger 1718 in seinem Kochbuch nur drei Schokoladerezepte vermerkt!
In Wiener Kochbüchern von 1799 und 1853 finden sich 4 und 12 Rezepte. Elisabeth Meixner kann in ihrem „Linzer Kochbuch“ 1804 dagegen schon 27 Rezepte vom Getränk bis zur Torte vorweisen! Die Stadt Linz scheint ein ausgesprochen guter Boden für Süßes zu sein

Waltraud Faißner

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Katzenmusik

Bei gewissen Texten und Bildern weiß man nicht, ob man weinen oder lachen soll. Ein Beispiel dieser Art bietet uns Michael Bernhard Valentini im dritten Band seines “Museum museorum oder Vollständige Schau-Bühne Aller Materialien und Specereyen” (1714) unter der Überschrift “Von der Katzen-Orgel”.

Ein Hofnarr versuchte seinen melancholisch veranlagten Fürsten zu kurieren, indem er eine Katzenorgel konstruierte: “Er nahme verschiedene Katzen, alte und junge, welche theils reine, theils grobe Stimmen hatten. Diese schlosse er in gewisse Abtheilungen einer Kisten also, daß die Schwäntze durch ein Loch in so viel Röhre giengen, so viel der Katzen waren. Unter diesen Röhren lagen die Tangenten mit spitzigen Stacheln, welche durch die obbemeldte Röhren biß an die Schwäntz der Katzen reichen kunten. Diese also zubereitete Instrument stellte der Hoff-Narr an einen bequemen Ort, und da sein Fürst gantz traurig einher tratte, fienge er an das Clavier zu schlagen, und da die Stacheln in die Schwäntze der Katzen drungen, fiengen die getroffene nach ihrer Stimm und Positur ein solch Lament anzustimmen, daß sich kein Mensch des Lachens enthalten können.”

Und eine Abbildung gibt es auch dazu:
http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/katzenmusik.jpg

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Homer digital

Der älteste Homer-Codex, der Venetus A der Biblioteca Marciana in Venedig ist nunmehr online zugänglich.
Das Center of Hellenic studies an der Havard University ( http://zeus.chsdc.org/chs/chs_home ) plant alle Homertexte zu digitalisieren.

Als erste Etappe werden die drei Homerhandschriften der Marciana präsentiert:

    10. Jahrhundert
    Marcianus Graecus Z. 454 (= 822) (”Venetus A”)
    11. Jahrhundert
    Marcianus Graecus Z. 453 (= 821)
    12.-13. Jahrhundert
    Marcianus Graecus Z. 458 (= 841)

Mehr . . .


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Inkunabel-Nachlese

kurz oder lang:

Ausführliche Version:
http://www.univie.ac.at/paecht-archiv/dateien/inkunabel.html

Kürzere Version mit Fotos:
http://kunstgeschichte.univie.ac.at/index.php?id=ifk-aktuelles

Mit freundlichen Grüßen Susanne Rischpler und Christine Beier

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